Alevitischer Religionsunterricht zum ersten Mal in Friedrichshafen

In der Albert-Merglen-Grundschule in Friedrichshafen wurde am 16.09.2011 zum ersten Mal in Raum Bodenseekreis Alevitischer Religionsunterricht erteilt. Der Dank geht v. a. an Herrn Damm vom Staatlichen Schulamt Markdorf, der sich sehr für die Einführung des Alevitischen Unterrichts eingesetzt hat. Der Dank geht auch an die Rektorin der Albert-Merglen-Schule, Frau Fakner, ohne deren Einverständnis dieser Unterricht nicht zustande gekommen wäre. An die Alevitische Gemeinde Friedrichshafen und an die Eltern der Schüler/ innen geht auch ein großes Dankeschön. Nach Artikel 4 des Grundgesetzes hat jeder Mensch in Deutschland das Recht, seine Religion ungestört auszuüben. Artikel 7,3 besagt, dass der Religionsunterricht ein ordentliches Fach ist. In Baden-Württemberg müssen an dem Alevitischen Religionsunterricht mindestens 8 Schüler/innen teilnehmen, damit dieser überhaupt zustande kommt. Auch die Lehrer/innen und die Alevitischen Gemeinden müssen sich engagieren. Jeden Freitag von 13.30 bis 15.00 Uhr haben nun die Schüler und Schülerinnen aus verschiedenen Schulen wie z.B. die Pestalozzi-Schule, die Ludwig-Dürr-Schule und die Josef-Eberle-Schule, die Möglichkeit, an diesem Unterricht teilzunehmen. In dem Schuljahr 2011/12 sind insgesamt 15 Schüler/innen von der 1. bis 4.Klasse an diesem Unterricht beteiligt.

 

Diese heißen Su Ecem und Güney Günes, Emre Yilmaz, Emre Agcicek, Melissa Mendes, Hasan Cag, Ali und Gülcin Ekici, Sahan Dogan, Emre Kazankaya, Deniz und Caneren Dogan, Diyar Cicek, Yilmaz Erdogan und Elida Gündogan.

Der Alevitische Unterricht ist wie jedes andere Fach in der Schule verbindlich für die Schüler/innen und wird in deutscher Sprache erteilt. Die Schüler/innen müssen diesen Unterricht ein Schuljahr lang besuchen, wenn sie angemeldet sind. Die Schüler/ innen in der 3. Und 4. Klasse bekommen am Ende des Schuljahres eine Zeugnisnote, die auch relevant für die weiterführenden Schulen ist. Der Unterricht darf nur von alevitischen Lehrer/innen erteilt werden. Die Eltern der Schüler/innen sind froh endlich auch ihre Kinder in einen Religionsunterricht zu schicken, der ihrer eigenen Religion entspricht.

Die Inhalte des Religionsunterrichts entsprechen dem Lehrplan für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen. Die Inhalte des Unterrichts sind „Der Cem- Gottesdienst und die 12 Aufgaben, das Ur-Cem, das Einvernehmen, das Lokma-Essen, Semah, die Weggemeinschaft, alevitische Feier- und Gedenktage, die 12 Imame und Ehlibeyit, Hak-Ali-Muhammeds Weg, Muharrem und Asure, Haci-Bektas-Veli und die Natur usw. Es ist wichtig, den Schüler/innen Kenntnisse über ihre Religion zu vermitteln und sie für die Werte ihrer Religion zu sensibilisieren. Auch der spielerische und handlungsorientierte Umgang im Unterricht ist von sehr großer Bedeutung, damit die Kinder Freude am Unterricht haben.
Genauso wie die alevitische Lehrerin, Mercan Sert, werden noch weitere alevitische Lehrpersonen bundesweit an der Pädagogischen- Hochschule- Weingarten ausgebildet. Diese Inhalte werden von dem Bildungsbeauftragten der AABF, Ismail Kaplan, und von Melek Yildiz, Moderatorin für die Qualifizierungsmaßnahmen alevitischer Religion sowie der Lehrerin für den Bereich Sekundarstufe I, vermittelt.

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