Existenz wird verschwiegen

 im Südkurier Bodenseeregion am 03.06.2011

Friedrichshafen (ght) „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Ihre Gemeinde zeigt sich initiativ und tatenreich – so dass man Sie in Friedrichshafen sicher bald noch besser kennen wird.“ Oberbürgermeister Andreas Brand fand die richtigen Worte beim Fest der Häfler Alevitischen Gemeinde, die in der gut besuchten Rotachhalle ihr einjähriges Bestehen feierte.

Viele Gemeindemitglieder und Gäste kamen zum Fest der Alevitischen Gemeinde Friedrichshafen. Auf unserem Bild OB Andreas Brand (erste Reihe, dritter von links) im Gespräch mit Ali Ertan Toprak, dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Alevitischen Gemeinde Deutschland, links daneben Kazim Gündogan, Vorsitzender der Häfler Aleviten.

Es war mehr als „nur“ ein Grußwort, sondern ein engagierter Willkommensgruß. „Sie sehen Friedrichshafen nicht nur als Ihren Wohnort, sondern als Ihre neue Heimat an“, so Brand, der die gut 1000 Häfler Aleviten ermutigte, ihren Glauben und ihre Kultur weiter bekannt zu machen und dazu beizutragen, Vorurteile abzubauen.
Kazim Gündogan, Vorsitzender der Alevitischen Gemeinde Friedrichshafen, war in seiner Ansprache auf Zeiten der Unterdrückung eingegangen, die letztlich dazu geführt hätten, dass viele Aleviten den Weg aus der Türkei nach Europa gesucht hätten. „Wir wollen zur Integration beitragen“, betonte Gündogan, „und suchen auch den politischen Dialog mit anderen Kulturen und Religionen.“ Gündogan bedankte sich explizit bei der Häfler Bevölkerung für die entgegengebrachte Solidarität.

Ali Ertan Toprak, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Alevitischen Gemeinde Deutschland – zu der sich etwa 700 000 Menschen zählen, ging hart mit seinem Herkunftsland ins Gericht. „Die Türkei verschweigt aus ideologischen Gründen nach wie vor der Weltöffentlichkeit die Existenz der Aleviten in ihrem eigenen Land und bildet durch ihre Politik den Nährboden für terroristische und islamistische Kräfte“, behauptete Toprak. „Deutschland ist für uns ein Land der Freiheit. Es steht für Menschenrechte und Demokratie. Wir wollen uns auch in die deutsche Gedenk- und Erinnerungskultur integrieren.“

Die gelungene Veranstaltung – die live und mehrstündig im Internet unter yoltv.com übertragen wurde – war aber nicht nur mit Worten, sondern mit vielen kulturellen Höhepunkten gespickt. Ein Highlight unter vielen war der stark bejubelte Auftritt von Sängerin Arzu Sahin.

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